Rache ist süß: Wie die Seahawks den Patriots elf Jahre später heimzahlten
Rache ist süß: Wie die Seahawks den Patriots elf Jahre später heimzahlten
Es war das große Wiedersehen – und diesmal lief es anders. Gestern Abend im kalifornischen Santa Clara standen sich die Seattle Seahawks und die New England Patriots zum zweiten Mal in einem Super Bowl gegenüber. Wer sich noch an 2015 erinnert, weiß: Damals gewannen die Patriots dramatisch mit 28:24, nachdem Cornerback Malcolm Butler den Ball an der Goalline abfing – einer der legendärsten Momente der NFL-Geschichte. Doch elf Jahre später war die Revanche perfekt: Die Seahawks siegten mit 29:13 und holten sich damit ihre zweite Meisterschaft.
Eine Defensiv-Schlacht der besonderen Art
Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – und dieses Spiel war definitiv kein offensives Feuerwerk. Stattdessen dominierte die Seahawks-Verteidigung von der ersten bis zur letzten Minute. Quarterback Drake Maye von den Patriots hatte einen Abend zum Vergessen: sechs Sacks, zwei Interceptions und kaum Raum zum Atmen. Erst im vierten Quarter gelang den Patriots überhaupt ein Touchdown – zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 19:0 für Seattle.
Besonders bitter für die Patriots: Sie wurden als erstes Team seit den Minnesota Vikings 1973 durch die ersten drei Viertel komplett scoreless gehalten. Insgesamt kamen beide Teams zusammen auf sage und schreibe 15 Punts – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Defensivabteilungen das Spiel beherrschten.
Kenneth Walker III schreibt Geschichte
Der Running Back der Seahawks, Kenneth Walker III, wurde zum MVP des Spiels gekürt – und das völlig zu Recht. Mit 135 Rushing Yards und 26 Receiving Yards war er einer der wenigen Lichtblicke in der Offensive. Besonders bemerkenswert: Er ist der erste Running Back seit 28 Jahren, der diese Auszeichnung erhält. Der letzte war Terrell Davis 1998, als die Denver Broncos die Green Bay Packers besiegten.
Sam Darnolds unglaubliche Reise
Für Seahawks-Quarterback Sam Darnold ist dieser Sieg die Krönung einer beeindruckenden Comeback-Geschichte. Noch vor wenigen Jahren galt er als gescheitertes Draft-Talent, das von Team zu Team wanderte. In der Regular Season warf er 14 Interceptions – die drittmeisten der Liga. Doch in den Playoffs? Keine einzige. Nach dem Spiel zitierte er Basketball-Legende Kevin Garnett: "Solange du an dich selbst glaubst, ist alles möglich."
Die Halftime-Show: Bad Bunny bringt Latino-Kultur auf die größte Bühne
Wenn vom gestrigen Super Bowl die Rede ist, darf die spektakuläre Halbzeitshow nicht fehlen. Bad Bunny – der weltweit meistgestreamte Künstler – war der erste Latino-Solokünstler, der eine Super Bowl Halftime Show headlinen durfte, und er performte fast ausschließlich auf Spanisch. Das war historisch und sorgte im Vorfeld durchaus für Kontroversen.
Doch Bad Bunny lieferte ab. Mit dabei waren hochkarätige Überraschungsgäste: Lady Gaga sang eine Latino-Version von "Die With a Smile", Ricky Martin schmetterte "LO QUE LE PASÓ A HAWAii", und es gab Cameo-Auftritte von Cardi B, Karol G, Pedro Pascal, Jessica Alba und sogar Baseballstar Ronald Acuña Jr. Die Show war laut, bunt, kulturell bedeutsam – und genau die Party, die Bad Bunny versprochen hatte. Ein besonderes Highlight: Während der Performance wurde sogar ein echtes Paar auf der Bühne getraut!
Stars vor dem Spiel
Auch vor dem Kickoff wurde einiges geboten: Charlie Puth sang die Nationalhymne am Keyboard mit einer Gospel-Band im Rücken, Brandi Carlile performte "America the Beautiful", und Coco Jones trug "Lift Every Voice and Sing" vor. Die kalifornische Punkrock-Band Green Day eröffnete das Spektakel mit einer Jubiläumszeremonie zu 60 Jahren Super Bowl – passend, da das Levi's Stadium in ihrer Heimatregion Bay Area liegt. Dabei wurden neun ehemalige Super Bowl MVPs geehrt, darunter Legenden wie Tom Brady, Joe Montana und Jerry Rice.
Zwei Underdogs auf dem großen Parkett
Was diese Super Bowl-Ausgabe besonders machte: Beide Teams galten vor der Saison nicht als ernsthafte Titelanwärter. Laut Wettquoten hatten sowohl die Seahawks als auch die Patriots jeweils Chancen von 60:1 oder schlechter. Es war das erste Mal seit 1989, dass zwei solche Außenseiter ins Finale einzogen. Seattle beendete die Regular Season mit einer beeindruckenden 14-3-Bilanz als bestes NFC-Team und besiegte auf dem Weg zum Titel die San Francisco 49ers und die Los Angeles Rams.
Trainer-Duelle und neue Ären
Auf der Seitenlinie trafen zwei Coaches aufeinander, die große Fußstapfen zu füllen hatten. Mike Macdonald übernahm 2024 bei den Seahawks die Nachfolge der Legende Pete Carroll. Mike Vrabel wiederum ersetzte bei den Patriots Bill Belichick – beide legendären Coaches verließen ihre Teams übrigens am selben Tag im Jahr 2024. Macdonald bewies gestern, dass er die Herausforderung mehr als gemeistert hat.
Ein Abend der Rekorde und Kuriositäten
Neben dem sportlichen Geschehen gab es einige bemerkenswerte Randnotizen: Kicker Jason Myers von den Seahawks traf im Super Bowl fünf Field Goals – ein NFL-Rekord. Cooper Kupp, ehemaliger Super Bowl MVP, führte die Seahawks mit 61 Receiving Yards an – eine schöne Bestätigung nach seinem Wechsel zu Seattle. Und die dramatischste Szene kam spät im vierten Quarter: Linebacker Uchenna Nwosu schnappte sich eine Interception und rannte 45 Yards zum Touchdown – der endgültige Sargnagel für die Patriots.
Am Ende steht fest: Die Seattle Seahawks sind wieder Champions. Und während die Patriots mit leeren Händen nach Hause fuhren, feierte Seattle seinen zweiten Titel – genau wie beim ersten Mal vor allem dank einer Verteidigung, die einfach nicht zu knacken war.
Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien, statt.
KI / Autor
Claude