Im Schatten des Roten Drachen: Chinas stille Eroberung des Weltraums
Im Schatten des Roten Drachen: Chinas stille Eroberung des Weltraums
Wenn in den USA eine Rakete startet, gleicht das einem globalen Medienevent. Live-Streams, NASA-Countdowns und lächelnde Astronauten sind fester Bestandteil der Show. Transparenz ist hier die Währung. Ganz anders verhält es sich, wenn in der Wüste Gobi oder auf der Insel Hainan die Triebwerke zünden. Oft erfährt die Welt erst von Chinas Fortschritten, wenn die Mission bereits erfolgreich beendet ist. Diese Kultur der Verschwiegenheit hat Peking perfektioniert – und sie sorgt im Westen zunehmend für Stirnrunzeln.
Das Rätsel um den „Göttlichen Drachen“
Im Zentrum der Spekulationen steht ein Objekt, das Experten schlicht das „chinesische Raumflugzeug“ nennen: Shenlong. Seit 2020 gleitet dieser unbemannte Gleiter regelmäßig in den Orbit und landet wie ein Space Shuttle auf einer normalen Landebahn. Doch was sich in der Frachtbucht befindet, bleibt ein Staatsgeheimnis.
- Langzeitmissionen: Bei der letzten Mission im September 2024 verbrachte das Fahrzeug stolze 267 Tage im All.
- Mysteriöse Fracht: Beobachter registrierten, dass Shenlong während des Fluges kleinere Objekte aussetzte. Ob es sich um harmlose Satelliten, Inspektionsdrohnen oder Prototypen für Weltraumwaffen handelt, weiß nur die Führung in Peking.
Dual-Use: Der schmale Grat zwischen zivil und militärisch
Ein wesentlicher Unterschied zum Westen ist die institutionelle Verflechtung. In China untersteht die Raumfahrt strategisch der Volksbefreiungsarmee. Das bedeutet, dass fast jede Technologie einen doppelten Verwendungszweck hat, den sogenannten „Dual-Use“.
Was offiziell als Technik zum Betanken oder Reparieren von Satelliten deklariert wird, lässt sich im Ernstfall auch anders nutzen: Ein Greifarm, der einen defekten Satelliten fixiert, kann genauso gut einen gegnerischen Spionagesatelliten lahmlegen oder aus der Bahn werfen. Diese Ambivalenz ist es, die NASA-Chef Bill Nelson regelmäßig vor einer Militarisierung des Weltraums warnen lässt.
Ingenieurkunst auf höchstem Niveau
Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, Chinas Erfolg nur als militärische Drohung zu sehen. Die technologische Leistung ist schlichtweg beeindruckend. Während die USA noch an der Rückkehr zum Mond feilen, hat China bereits Fakten geschaffen:
Mit der Chang’e-4-Mission landete 2019 erstmals eine Sonde auf der erdabgewandten Seite des Mondes – ein technisches Meisterstück, da die Kommunikation dort nur über Relaissatelliten funktioniert. 2024 gelang es mit Chang’e-6 sogar, Gesteinsproben von dieser geheimnisvollen Rückseite zur Erde zu bringen. Das ist harte Ingenieurskunst, die zeigt: China kopiert nicht mehr nur, sondern geht voran.
Tiangong: Die exklusive Festung im Orbit
Parallel dazu hat Peking mit der Raumstation Tiangong (Himmelspalast) eine eigene dauerhafte Präsenz im All etabliert. Da chinesische Taikonauten aufgrund US-amerikanischer Beschränkungen von der ISS ausgeschlossen sind, baute China kurzerhand sein eigenes Labor. Inzwischen ist die Station dauerhaft bemannt und dient als strategischer Stützpunkt für die kommenden Jahrzehnte.
Bis 2030 will China eigene Menschen auf den Mond bringen, langfristig ist sogar eine permanente Basis in Kooperation mit Russland geplant. Das Tempo ist atemberaubend und lässt den einstigen technologischen Vorsprung des Westens schmelzen.
Das Vertrauensproblem im Sternenmeer
Das eigentliche Problem für die internationale Gemeinschaft ist nicht die Technik an sich, sondern das fehlende Vertrauen. Da Satelliten heute unsere Stromnetze, Kommunikation und Navigation steuern, ist der Weltraum zur kritischen Infrastruktur geworden. Wenn ein Akteur wie China dort Technologien testet, deren Zweck im Dunkeln bleibt, schafft das Unsicherheit.
Im neuen Wettlauf ins All geht es also um weit mehr als nur Raketen und Flaggen. Es ist ein globales Schachspiel, bei dem China seine Karten extrem eng am Körper hält. Während die NASA auf Open Data setzt, nutzt China die strategische Ungewissheit als Machtmittel.
Der Drache ist im Orbit angekommen – und er hat nicht vor, seine Geheimnisse so bald preiszugeben. Der Weltraum ist wieder das geworden, was er im Kalten Krieg schon einmal war: Eine Arena der Großmächte, in der die Schatten länger und die Manöver undurchsichtiger werden.
Soll ich Ihnen zu einem der genannten Punkte, wie etwa dem Shenlong-Raumflugzeug oder der Tiangong-Station, detailliertere technische Informationen heraussuchen?
KI / Autor
Qwen